Rezension

Die Wahrheit – Melanie Raabe

15. November 2016
die-wahrheit

Erscheinungsdatum: August 2016 | Verlag: btbPreis: € 16,00 [D] | ISBN: 978-3-442-75492-2 | Seiten: 448 Seiten | Sprache: Deutsch

Sei vorsichtig mit deinen Wünschen. Sie könnten wahr werden?

INHALT

Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben … (Klappentext)

MEINUNG

Nachdem „Die Falle“, der Thriller mit welchem die Autorin ihren großen Durchbruch hatte, mich absolut begeistern konnte, war ich sehr gespannt auf „Die Wahrheit“.

Spannung bis in die Zehenspitzen? Große Erwartungen…

Der Klappentext las sich interessant und ich erwartete die gleiche unheimliche Stimmung wie im vorherigen Buch. Diese Stimmung die an der Psyche nagt.

Die ersten Seiten gingen ein wenig schwer von der Hand. Das lag an der Sympathie: Sarah war mir suspekt. Von Grund auf suspekt. Sicher ist ihre Geschichte keine leichte, doch wirkte sie auf mich sehr kühl und distanziert.

Protagonist. Leser. Beide unwissend.

Dann ist er wieder da – Philipp. Oder auch nicht Philipp. Weder Sarah noch der Leser sind sich da sicher – wobei das stimmt nicht ganz – Sarah ist sicher – es ist nicht Philipp.

Nach einer Weile nimmt die Geschichte dann Fahrt auf. Sarah und Philipp (oder Nicht-Philipp) umkreisen sich wie Katz und Maus.

Unverkennbar ist die Art der Geschichte – eben ein Raabe wenn man so will. Als Leser schwankt man von Seite zu Seite ob man nun glaubt das Sarah böse mitgespielt wird oder ob nicht Sarah diejenige ist die nicht ganz ehrlich ist.

Die Wahrheit über die Wahrheit.

Was mir gefehlt hat an der Geschichte war die richtige Stimmung.

Es lag DEFINITIV nicht am Schreibstil von Melanie Raabe – dieser war verlässlich wie immer: einwandfrei.

Im Nachhinein betrachtet denke ich lag es am Setting. Sommer, schönes Haus, Märchengarten, nette Nachbarn…. anders als das „Düsterer-Wald-Setting“ aus dem Vorgängerbuch ist das Setting keineswegs creapy gewesen.

„Die Wahrheit“ ist ein interessanter Thriller, welchen ich bedingt weiterempfehlen kann. Für den richtigen Angst-Faktor hätte ich mehr Stimmung benötigt und einen Show-Down.

Akzeptable Unterhaltung, kommt für mich aber nicht an „Die Falle“ heran.

Nadine

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